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Durch meinen Vater Arnold Triestram, der bereits 1971 sein Dojo eröffnete, war ich von frühester Kindheit von der japanischen Kampfkunst begeistert. Im Alter von drei Jahren begann ich am Judo-Unterricht teilzunehmen. Mit fünf Jahren habe ich zusätzlich Jiu-Jitsu und Karate erlernt. In meiner Kindheit und Jugend habe ich die verschiedensten Kampfkünste wie Teakwon Do, Kick Boxing Bujitsu Aikido Aiki-Jitsu und Kendo betrieben. Da meine Begeisterrung für Judo und Jiu-Jitsu immer grösser wurde, habe ich schon sehr früh begonnen mich auf diese Kampfkünste zu spezialisieren. So kam es , dass mein Vater mir im Alter von 15 Jahren die Verantwortung über eine Kinder-Judo und eine Jiu-Jitsu Jugend-Gruppe übertragen hat. Mit 18 Jahren wurde aus meinem Hobby auch mein Beruf, und ich hatte die Möglichkeit, Jiu-Jitsu, Judo und Aiki-Jitsu zu unterrichten. Seit dem Tod meines Vaters und Sensei 1996, leite ich gemeinsam mit meinem Bruder Sebastian Triestram, das Dojo weiter. Trotz dieses grossen Verlustes, hat mich der Budo-Sport gelehrt, dass es ohne Niederlage keinen Sieg geben kann und dass jedes Ende auch ein Neubeginn ist. So bin ich stets bemüht, die Lehre meines Sensei in seinem Sinne weiter zu führen.
Jeder der den Weg des Bushido eingeschlagen hat, stellt sich sicherlich oft die Frage, was ist eigendlich die Lehre des Budo und welche Bedeutung hat das für mich? Ich glaube, das Wichtigste ist die Fähigkeit selbstkritisch zu sein. Ein guter Sensei sollte sich nicht die Frage stellen:” Warum kann mein Schüler die Technik nicht erlernen”, sondern vielmehr die Frage: “Warum bin ich nicht in der Lage, meinem Schüler diese Technik beizubringen?“ Ich bin der Auffassung, dass nicht derjenige, der glaubt den Weg zu beschreiten, dem Bushido am nächsten ist, sondern vielmehr derjenige, der sich die Frage stellen kann, ob der eingeschlagene Weg auch der richtige ist. Natürlich sollte man versuchen, sein Leben nach den sieben Tugenden der Samurai zu gestallten: (Jin=Güte, Gi=Gerechtigkeit, Rei=Höflichkeit, Chi=Weisheit, Shin=Aufrichtigkeit, Chugi=Loyalität und Meiyo=Ehre). Doch für mich lebt nur der nach dem Bushido, der in der Lage ist, sein Tun und Handeln zu hinterfragen und seine Tugenden selbstkritisch überprüfen kann.
Shihan Christian Zarieb Triestram
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